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Herzliche Einladung Sonntag, den 10. April 2005, 14.00 Uhr Festgottesdienst in der Kirche Wabern
mit Landespfarrer für Diakonie Dr. Eberhard Schwarz, Festakt in der Kirche
Im Anschluss: Kaffee und Kuchen im ev. Gemeindezentrum mit 1) Vorboten ernsthafter Erkrankungen - Leitsymptome Dr. med. Helmut Hennighausen Freitag, den 15. April 2005 um 20.00 Uhr 2) Arthrose - Chronische Rückenschmerzen Dr. med. Heribert Klapsing Montag, den 18. April 2005 um 20.00 Uhr 3) Der Verdauungsapparat - Auf was ist im Alter zu achten Matthias Noll, Arzt für Allgemeinmedizin Dienstag, den 19. April 2005 um 20.00 Uhr 4) Wenn Vergesslichkeit zur Krankheit wird - Alzheimer und andere Demenz Bernhard Miermeister, Arzt für Psychatrie und Psychotherapie Freitag, den 22. April 2005 um 20.00 Uhr |
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Die Gemeindediakoniestation Wabern feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Der Weg von der Gemeindekrankenpflegestation mit einer Krankenschwester zur heutigen Diakoniestation mit mehreren Voll- und Teilzeitkräften zeigt die Veränderungen, die in der häuslichen Krankenpflege vollzogen wurden und sicherlich noch nicht abgeschlossen sind.
Zwischen den politischen Parteien besteht weitgehend Einigung darüber, dass eine Reform der 1995 eingeführten Pflegeversicherung dringend notwendig ist und wir erwarten, dass diese zum Wohle für die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen in absehbarer Zeit beschlossen wird.
Pflege bedeutet heute leider oft ein Balanceakt zwischen Qualitätsanspruch und Kostendruck, zwischen persönlicher Zuwendung und Zeitnot. Wir werden uns auch in Zukunft für unsere Patienten entscheiden, denn "Diakonie ist mehr als Pflege".
Diese Jubiläumsschrift soll mit ihren Beiträgen die Arbeit der Gemeindediakoniestation Wabern aufzeigen und einen kleinen Einblick in unsere tägliche Arbeit vermitteln.
Ihr
Günter Wiemann
Ganz herzlich gratuliere ich Ihnen zum 25jährigen Bestehen der Gemeindediakoniestation in Wabern.
Vor 25 Jahren war es eine einzelne Beschäftigte, die den Dienst in der Gemeindediakonie verantwortete. Heute ist die Zahl auf achtzehn Personen angestiegen. Verschiedene Entwicklungen lassen sich daran ablesen: Die Lebenserwartung der Menschen hat sich in dieser Zeit deutlich erhöht; mehr Menschen kommen in eine Lebensphase, in der sie auf Hilfe angewiesen sind. Zugleich ist die Pflegearbeit auch schwieriger geworden; nicht alle Pflegebedürftigen haben Angehörige, die diese Unterstützung allein leisten können. Darum ist professioneller Beistand nötig.
Es geht allerdings um "mehr als Pflege". Zu recht haben sich die Mitarbeiterinnen unter diesen Leitsatz gestellt. Natürlich muss die Pflege sachkundig, fachgerecht und freundlich geleistet werden.
Dieses "Mehr" schlägt sich nieder in der Bereitschaft, tröstend und seelsorglich zur Seite zu stehen, in gemeinsamer Begleitung, einem Besuch oder einem Gebet. So helfen die Mitarbeiterinnen nicht nur den Pflegebedürftigen, länger in ihrer gewohnten Umgebung mit ihren Angehörigen, Nachbarn und Freunden zu leben, sondern geben auch geistliche Heimat und Geborgenheit. Darin wird deutlich, dass diese Arbeit sich aus dem biblischen Vorbild der Nächstenliebe speist.
Für diesen verantwortungsvollen Dienst, dem leider manchmal die verdiente gesellschaftliche Anerkennung fehlt, sage ich allen Mitarbeiterinnen meinen ausdrücklichen Dank.
Ihr
Dr. Martin Hein
Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
Zum 25-jährigen Jubiläum der Waberner Diakoniestation übermittle ich herzliche Glück- und Segenswünsche des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V.
Auch wenn sich die Rahmenbedingungen, unter denen die Arbeit geschieht, in diesen 25 Jahren immer wieder, nicht zuletzt durch Einführung der Pflegeversicherung, verändert haben, der Bedarf nach qualitativ guter Pflege in Zeiten von Krankheit ist geblieben, der Bedarf nach Begleitung und Zuspruch Betroffener und ihrer Angehörigen, oft auch als Sterbebegleitung bis zum Tode.
Die christliche Gemeinde weiß von ihren Ursprüngen an, dass sie hier einen Auftrag hat. Neben ehrenamtlich tätigen Gemeindegliedern bedarf es der professionellen Wahrnehmung dieses Dienstes durch entsprechend qualifiziertes Fachpersonal.
Pfarrer Bernd Groß hat sich zusammen mit Frau Doris Comtesse vor 25 Jahren diesem Auftrag gestellt, hat ihm eine Form gegeben durch die Gründung einer Gemeindediakoniestation, die die Menschen in Wabern und den benachbarten Orten seitdem auf beispielhafte Weise versorgt. Das ist Grund zu Dank und Freude und ein wichtiges Zeichen in heutiger Zeit.
Dank also an alle, die sich diesem Dienst an kranken und sterbenden Menschen und ihrer Angehörigen widmen und die damit Licht, Wärme, Menschlichkeit und Hoffnung in die Häuser und die Herzen der Menschen bringen.
Ich wünsche der Diakoniestation Wabern, den Verantwortlichen und allen Mitarbeitenden für ihren wichtigen Dienst weiterhin Gottes Segen.
Ihr
Dr. Eberhard Schwarz
Landespfarrer für Diakonie
Es war ein bedeutender Moment für die Menschen in Wabern, als vor 25 Jahren die Gemeindediakoniestation ihre Arbeit aufnahm. Ein bis dahin fehlender Baustein im Hinblick auf die medizinische und pflegerische Versorgung von Kranken und älteren Menschen stand zur Verfügung.
Ende der 70iger Jahre begann eine Diskussion um den Aufbau der häuslichen Krankenpflege in Hessen, die von der Landesregierung angestoßen wurde. In mehrjährigen Verhandlungen zwischen den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, den Krankenkassen und den kommunalen Spitzenverbänden erkannte man die Notwendigkeit, diese Versorgungslücke zu schließen. Ergebnis dieser Verhandlungen war das vom Hessischen Sozialministerium vorgelegte Initiativprogramm zur Förderung von Einrichtungen der mobilen Krankenpflege.
Die ersten Schritte hin zu einer gemeindlichen Krankenpflege wurden gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde Wabern vorgenommen. Sowohl die kirchliche als auch die politische Gemeinde war sich in Wabern bewusst, dass viele Menschen, insbesondere pflegende Angehörige, durch die Einrichtung einer Krankenpflegestation eine wesentliche Erleichterung in ihrer täglichen Arbeit erfahren würden. Der Beschluss der Gemeindevertretung zu dem Gründungsvertrag wurde aufgrund dieses Bewusstseins einstimmig gefasst. Die Unterstützung dieser Arbeit, die in den Familien oftmals unter Aufbietung aller Kräfte und einem hohen zeitlichen Anteil erbracht wird, musste - dies war allen politisch und kirchlich Verantwortlichen klar - sehr schnell bereitstehen, um den längstmöglichen Verbleib von pflegebedürftigen Menschen in ihren Familien zu ermöglichen.
Der Abschluss der Vereinbarung über die Errichtung einer Gemeindekrankenpflegestation sieht eine Kostenverteilung nach der finanziellen Leistungsfähigkeit der politischen Gemeinde Wabern und der ev. Kirchengemeinde Wabern vor und hat eine günstige Ausgangsituation für die Leistungsfähigkeit dieser sozialen Einrichtung in Wabern geschaffen.
Dankenswerter Weise beteiligen sich auch die übrigen evangelischen Kirchengemeinden der Großgemeinde und die katholische Kirchengemeinde Wabern ebenfalls an der Deckung eines evtl. Betriebskostendefizits.
Allen Problemen im Gesundheitssektor zum Trotz, hat sich die Gemeindediakoniestation auch nach 25jähriger Tätigkeit zu einem festen Bestandteil im Bereich der sozialen Infrastruktur erwiesen. Sie ist sowohl für die Menschen, die der Hilfe ihrer Familienangehörigen bedürfen, als auch für die pflegenden Familienmitglieder zu einem unersetzlichen Bestandteil ihrer alltäglich so wichtigen Arbeit geworden. Aber auch die Pflege und Hilfe alleinstehender Menschen in unserer Gemeinde ist ohne die Arbeit der Diakoniestation nicht vorstellbar. Diese Arbeit gewährleistet insbesondere, dass Menschen in ihrer persönlichen selbstgestalteten Lebensumwelt möglichst lange wohnen bleiben können, was auch dem Wunsch der überwiegenden Mehrzahl der älteren Generation entspricht.
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft wird diese soziale Einrichtung an Bedeutung zunehmend gewinnen. Darüber hinaus glaube ich, dass die Arbeit der Gemeindediakoniestation auch den jüngeren Generationen schon jetzt ein hohes Maß an Sicherheit bietet. Sowohl der eigenen Zukunft als auch der von Familienangehörigen gibt sie die Gewissheit, Hilfe zu sozialen Bedingungen zu erhalten, sobald sie gebraucht wird.
Ich gratuliere ganz herzlich zu diesem 25jährigen Jubiläum der Gemeindediakoniestation auch im Namen der gemeindlichen Gremien und danke allen Verantwortlichen, die über 25 Jahre diese für die Menschen in unserer Gemeinde so wichtige Arbeit geleistet und geleitet haben.
Mein Wunsch ist, dass die soziale Wärme in unserer Gemeinde auch weiterhin wesentlich durch die mit Herz und einem hohen Maß an Fachwissen erbrachte Arbeit der Gemeindediakoniestation geprägt wird.
Ihr Günter Jung
Bürgermeister

Die Liebe, mit der Gott uns liebt, drängt uns zur Liebe zu den Menschen, und so gehört die Betreuung und die Pflege der Kranken von Anfang an zum Auftrag der Kirche.
Bereits im Alten Testament erfahren wir, dass es zu den selbstverständlichsten Pflichten gegenüber Kranken gehört, sie zu besuchen. So wird Hiob von drei Freunden besucht (Hiob 2,11-13) und im Psalm 41 ist vom Gebet in Krankheit die Rede. Allerdings wird hier bereits auch Klage über das Unverständnis der Besucher laut, ebenso wie sich der kranke Hiob von seinen Besuchern nicht verstanden fühlt (Hiob 16,1-5;17,1-10), ja geradezu gekränkt ist. Er klagt über Einsamkeit und die Nichtannahme seiner Krankheit von denen, die um ihn sind (Hiob 19,17).
Dieser Hinweis mag genügen, um die Sehnsucht der Kranken im Blick auf Hilfe und Zuwendung zu beschreiben. Im Neuen Testament finden wir den ausdrücklichen Auftrag Jesu sich um Kranke zu kümmern und in Jesu Verhalten Kranken gegenüber wird deutlich, wie sehr er deren Ausgrenzung überwand (Markus 1,40-45).
Bevor es zum Helfen kommen kann, bedarf es des Sehens und Erkennens, dass Hilfe nötig ist. Jesus "sieht" die Menschen in ihrer Hilflosigkeit, er "sieht" den einzelnen Menschen, seine Krankheit, sein Ausgestoßensein und seine Verletztheit. Und er wendet sich dem Menschen zu und zwar ohne Vorbedingung. Das Wissen um diesen Auftrag an die christliche Gemeinde mag den damaligen Pfarrer Kröger bewogen haben erste Schritte in der Versorgung von kranken Menschen zu wagen.
So finden wir in der (im Jahre 1897 begonnenen) Pfarreichronik von Pfarrer Kröger unter Punkt VIIa Sonstiges zwei Einträge:
"Frauenhülfe"
"Frau Pfarrerin Johanna Kröger (Ehefrau des Pfarrers Kröger, also die Pfarrfrau) gründete 1902 im Anschluss an den Missionsverein (gegründet 1893) einen Suppenverein zur Unterstützung bedürftiger Kranken."
Und:
"Krankenpflege-Station"
"Am 1. Oktober 1904 wurde hier in Wabern eine Krankenpflegestation eingerichtet und der früheren Diakonisse Anna Meister von hier übergeben." Das waren die frühen Stadien der Gemeindekrankenpflege in Wabern. Bis Mitte der dreißiger Jahre wurde die Pflege im häuslichen Bereich von einer Diakonisse ausgeführt, die ihre Patienten - meist waren es 2 - 3 Kranke am Tag - betreute. Nach dem Ausscheiden dieser Diakonisse gab es dann lange Zeit keine Gemeindeschwester in Wabern.
Ein zweiter Neubeginn dieser Arbeit erfolgte 1964. Durch den Impuls und nach umfangreichen Vorarbeiten durch Pfarrer Holk konnte Schwester Elli Horstmann ihren Dienst als Krankenschwester beginnen. Der erste Dienstraum wurde vorläufig in dem leerstehenden Obergeschoss der alten Schule eingerichtet und später -1965 - in dem Anbau des neuen Ev. Gemeindehauses. Hier stand eine kleine Schwesternwohnung und ein Behandlungsraum zur Verfügung. Damit die Schwester mobil war wurde ein neues Fahrrad angeschafft.
Nach dem Ausscheiden von "Schwester Elli" im Frühjahr 1967 war ihre Nachfolgerin nur für kurze Zeit in der Gemeinde tätig, sodass die Gemeinden Wabern und Uttershausen wieder ohne Gemeindekrankenschwester waren.
Das Wissen um den Diakonischen Auftrag der Kirche und einer Kirchengemeinde veranlasste Pfarrer Groß, der im August 1978 die Pfarrstelle Wabern übernommen hatte, zum Handeln.
Er fand die leerstehende Schwesternwohnung und das noch vorhandene Behandlungszimmer im Gemeindehaus vor und wollte es dabei nicht belassen. Allerdings war klar, dass eine einzelne Kirchengemeinde nicht mehr in der Lage sei, eine eigene "Schwesternstation" zu unterhalten und zu finanzieren.
So kam es bereits Ende des Jahres 1978 zu einem ersten Gespräch zwischen Pfarrer Groß und Bürgermeister Wöllenstein, in dem über die Neueinrichtung einer Schwesternstation für den Bereich der Großgemeinde Wabern nachgedacht wurde. Es folgten dann verteilt auf das Jahr 1979 die verschiedensten Gespräche mit all den Stellen, die sich mit der Errichtung einer solchen Station zu befassen haben. Vertragsentwürfe wurden ausgearbeitet, überarbeitet und am Ende dieser vielen und langen, aber immer im guten Einvernehmen geführten Gespräche erstand zum ersten eine Vereinbarung zwischen den beteiligten Kirchengemeinde Harle, Hebel mit Falkenberg und Rockshausen, Udenborn, Unshausen, Uttershausen und der Kirchengemeinde Wabern und zum zweiten ein Vertrag mit der Politischen Gemeinde Wabern.
In der Vereinbarung wurden die Beteiligungen und die Verhältnisse der Kirchengemeinden untereinander geregelt und die Trägerschaft auf die Kirchengemeinde Wabern festgeschrieben. In dem Vertrag zwischen der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde Wabern, wurde die Art und Weise festgelegt, in der sich die politische Gemeinde an den Kosten der Schwesternstation beteiligt und die Mitsprache und Mitwirkung fixiert.
Ein glücklicher Umstand ergab sich durch das zu diesem Zeitpunkt aufgelegte "Initiativprogramm des Landes Hessen zur Förderung von Einrichtungen der mobilen Krankenpflege". Damit war auch von Seiten der Landesregierung ein Rahmenplan gegeben.
In den Aufgaben und Zielvorstellungen dieses Programms wurde deutlich, dass es weitgehend wirtschaftliche Gründe waren, die das Land veranlassten sich in einem größeren Rahmen mit dem bisherigen System der Gemeindekrankenpflege und dem Krankenhauswesen zu befassen und entsprechende Regelungen vorzubereiten.
Ein zweiter wichtiger Punkt war das Krankenversicherungs-Kostendämpfungsgesetz. Mit diesem Gesetz hatten die Rechtsträger die entscheidende Grundlage geschaffen und ab 1. Juli 1977 die häusliche Krankenpflege als "Kannleistung" eingeführt.
Dieser Rahmenvertrag regelt die Voraussetzungen für die Leistungserbringung von häuslicher Krankenpflege und den Leistungsumfang der häuslichen Krankenpflege, wobei allerdings zu sagen ist, dass die einzelnen Gebührensätze nicht kostendeckend waren und zum anderen bei weitem nicht die gesamte pflegerische Arbeit von den Krankenkassen bezahlt wurde, so dass auf die Träger noch eine ganz erhebliche Kostenbelastung kam und immer noch kommt. Auf die später eingeführte Pflegeversicherung kann hier nicht eingegangen werden.
Das "Sehen" der Notlage in der viele Kranke und ihre Angehörigen damals waren führte zu den Verhandlungen der beteiligten Partner. Die im Initiativprogramm des Landes Hessen gegebenen Fördermöglichkeiten einer Anschubfinanzierung für die Einrichtung der Station, die großzügige und freiwillige finanzielle Unterstützung durch Bürgermeister Wöllenstein und die Gremien der Gemeinde Wabern und den beteiligten Kirchengemeinden erlaubten dann die Neugründung einer Gemeindekrankenpflegestation für Wabern.
Die Vereinbarung sah für die Anfangsjahre so aus: Von dem ungedeckten Betrag des Haushaltes über nimmt die Politische Gemeinde Wabern 60%, während auf die Kirchengemeinden 40% entfallen. Von diesen 40% übernimmt die Ev. Kirchengemeinde Wabern 4/5, während 1/5 des Defizits auf die beteiligten anderen ev. Kirchengemeinden entfallen sollte. Später hat sich auch die kath. Kirchengemeinde St. Wigbert an diesem Teil des Defizits beteiligt.
Daneben haben sich viele Vereine, Gruppen und Einzelpersonen mit Spenden an der Finanzierung beteiligt und haben so mit dazu beigetragen, dass die Station mit Pflegehilfsmitteln ausgestattet werden konnte.
Zusammenfassend ist zu bemerken: Erste Gespräche Ende 1978 - Beratungen im Verlauf des Jahres 1979 und ein erstes Gespräch mit Schwester Doris Comtesse einer jungen Krankenschwester, die den Mut hatte, zusammen mit dem Gemeindepfarrer und dem Kirchenvorstand den Neubeginn einer Gemeindediakoniestation in Wabern zu wagen.
Bereits vor ihrem eigentlichen Dienstbeginn arbeitete "Schwester Doris" organisatorisch und praktisch bei der Planung und Einrichtung ihrer zukünftigen Wirkungsstelle mit.
So konnte die Eröffnung der "Gemeindediakoniestation Wabern" am 1. April 1980 mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Empfang in den neuen Räumen der Station und im Gemeindehaus erfolgen.
Zum Wesen der Gemeinde Jesu Christi - also einer Kirchengemeinde - gehören das Miteinander von Starken und Schwachen, Gesunden und Kranken. Im Galaterbrief lesen wir: "Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen (6,2)" Dieses Miteinander wird gelebt, wenn Kranke und Pflegebedürftige, Behinderte und Verwirrte in ihrem häuslichen Bereich bleiben können und dort mit Hilfe von fachlich qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut werden. Dadurch, dass der kranke Mensch in seiner gewohnten Beziehung gepflegt werden kann, können wieder neue Beziehungen aufgebaut werden. Nicht umsonst gibt es eine Definition von Diakonie, die besagt, dass Diakonie die geordnete Liebestätigkeit der Gemeinde ist. Sie ist gleichzeitig Leib- und Seelsorge; ist Zuwendung zum Menschen.
So dass bei allem Bemühen um möglichst hohe Qualität der pflegerischen und technischen Hilfeleistung der Mensch den Vorrang hat. Diakonisches Handeln versteht sich als Frucht des Glaubens und der Annahme durch Jesus Christus und damit der Zuwendung zu dem Menschen, welcher der Hilfe bedürftig ist, gleich welcher Religion und welcher Herkunft.
Für den nunmehr 25 jährigen Dienst als Leiterin der Gemeindediakoniestation Wabern danke ich Schwester Doris Comtesse und allen Mitarbeiterinnen und wünsche weiterhin gutes Gelingen und erbitte für Mitarbeiterinnen und Patienten Gottes Segen.
Karl Bernd Groß

Doris Comtesse, Ingrid Thoms, Fr. Ziegler, Dorothea Jungmann, Elke Carls. April 1990
Mit meinem Dienstantritt am 1. April 1980 habe ich einen Dienst begonnen, der in Wabern ein wiederholter Anlauf zur Versorgung hilfebedürftiger Menschen im Auftrag der evangelischen Kirche sein sollte.
In den '30er Jahren' waren zwei Diakonissen Schwester Regina und Schwester Lotte und in den '60er Jahren' waren Pfarrer Holk und Krankenschwester Elli Horstmann in der häuslichen Pflege aktiv.
Mit entsprechender organisatorischer Vorbereitungszeit durch Pfarrer K.B. Groß, konnte die Gemeindediakoniestation Wabern zum 1. April 1980 ins Leben gerufen und mit meiner Person besetzt werden. In der Großgemeinde sprach es sich schnell herum, dass Wabern wieder eine Gemeindeschwester hatte. Das Baden mit dem Badewannenlifter wurde zum großen 'Renner'. Alle Grundpflegeleistungen wurden unentgeltlich erbracht. Neu war jetzt, gegenüber den ´60er Jahren`, die Möglichkeit der Abrechenbarkeit der Behandlungspflege mit den Krankenkassen.
Die Einsatzhäufigkeit der Pflegen war sehr unterschiedlich von ein-, zwei- oder dreimal in der Woche bis hin zu ein- oder zweimal täglich. Dieses hat sich bis zum heutigen Tage, dem Zeitalter der Pflegeversicherung, nicht geändert.
Von den Einwohnern, Ärzten, Institutionen und Vereinen der Großgemeinde Wabern wurde damals und wird bis zum heutigen Tag eine große Resonanz gelebt. Dies zeigt sich u. a. in Form der guten Zusammenarbeit, als Sach- und Geldspenden, der wichtigen Mundpropaganda, der vielen Beratungsuchenden und natürlich der Nachfrage auf gewünschte Pflegetätigkeiten in den Haushalten.
Als Fazit möchte ich festhalten: Die Rahmenbedingungen der häuslichen Pflege haben sich in den zurückliegenden 25 Jahren rasant verändert und so manche Herausforderung aber auch Einschränkung für die Diakoniestation bewirkt. Die menschliche Zuwendung aber, hat in der Waberner häuslichen Pflege auch weiterhin einen hohen Stellenwert und wird trotz der gesetzlichen Verbürokratisierung aktiv gelebt.
Ihre
Doris Comtesse

Mit der Pflegeversicherung im April 1995 traten große Veränderungen in Bezug auf die Versorgung Pflegebedürftiger in der häuslichen, teilstationären und stationären Pflege in Kraft.
Es gibt bundesweit mehr als 4 Millionen Pflegebedürftige. Je nach Grad der Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, stehen drei Pflegestufen mit entsprechendem Pflegegeld zur Verfügung. Familienangehörige pflegen zur Zeit etwa 1,4 Millionen Menschen in ihrer häuslichen Umgebung.
Weitere und zusätzliche Leistungen bzw. Entlastungen durch die Pflegeversicherung sind Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, Betreuungsangebot bei demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, Wohnraumanpassungsmaßnahmen und individuelle Schulungsmaßnahmen.
Der Gesetzgeber fordert von allen Beteiligten ein hohes Maß an Eigeninitiative und setzt Schwerpunkte auf Wirtschaftlichkeit und Pflegequalität. In dieser Zeit hat sich die, über Jahre hin, sachlich und fachlich gute Leitungsarbeit in der Gemeindediakoniestation bewährt. Innerhalb weniger als zwei Jahren wurde, mit Hilfe einer externen Organisationsberatung, ein Qualitätsmanagementsystem erarbeitet und im Stations- und Arbeitsalltag eingeführt. Die Voraussetzungen für eine Überprüfung durch den Gesetzgeber werden somit erfüllt.
